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Plouescat - Bretagne vom 01. - 07. April 2011
Die Teilnehmer der Studienfahrt
Plouescatfahrt 2011 31. März Pünktlich um 19.00 Uhr setzt sich der Reisebus an der IGS Wanfried in Bewegung, an Bord 16 erwartungsfrohe Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 10, der Plouescat-Veteran Gisbert „Bubi“ Wandt nebst seinem Co-Piloten Uwe Hämmerich, Heike Simon, Mutter zweier mitfahrender Schülerinnen, sowie Karl-Heinz Hübner, der seit fünf Jahren für den Schüleraustausch mit der bretonischen Partnerstadt verantwortlich ist. Erstes Ziel: die Anne-Frank-Schule in Eschwege, wo bis 19.30 Uhr 9 Jungen und Mädchen des Jahrgangs sieben mit ihrer Lehrerin Antje Rauschke zusteigen. Pünktliche Weiterfahrt in Richtung Ruhrgebiet, Aachen, belgische Grenze. 01. April Kein Aprilscherz! Ohne Behinderungen haben wir Belgien durchquert und befinden uns seit ca. 07.00 Uhr auf französischem Terrain. Dass wir deutlich westlich unserer Heimat sind, wird uns dadurch bewusst, dass noch kein Morgenlicht graut, alles in dunkle Nacht gehüllt ist. Eine knappe Stunde später offenbart der heraufziehende Tag eine weitere Erkenntnis: Die Natur ist hier etwa 2 bis 3 Wochen weiter als im heimischen Hessen. Während dort Busch und Baum zaghaft erste zarte Triebe austreiben, steht hier vieles schon in voller Blüte: Flieder, Ginster, Kirschbäume. Nach 09.00 Uhr befinden wir uns im „Anflug“ auf Le Mont Saint Michel, als einige Polizeiposten uns leicht verunsichern. Sarkozy wäre zu Besuch in der Stadt am Meer, wollen einige in den Radionachrichten erfahren haben; wir wollen es genau wissen, halten weiter stramm Kurs auf die atlantische Touristenattraktion und die Optimisten behalten am Ende Recht: Unbehelligt erkunden wir die offenen und verborgenen Schönheiten dieses touristischen Juwels. Gegen 13.00 Uhr geht es weiter in Richtung bretonische Atlantikküste, wo wir überpünktlich kurz vor 17.00 Uhr eintreffen. Nachdem unsere Schülerinnen und Schüler auf ihre Gastfamilien verteilt worden sind und wir uns mit Knabbergebäck und erfrischenden Drinks gestärkt haben, geht es in das verdiente Wochenende. 02. April Samstag. Nach einem herrlichen Frühstück trete ich mit meinen Reisebegleiterinnen, meiner Kamera nebst zwei Objektiven, auf die Straße in Plounévez-Lochrist, meinem Domizil für die nächsten fünf Tage, und schon wird meine Canon-Freundin aktiv: Rechter Hand halten wir den Wasserturm fest, ein Stück die Hauptstraße hinunter fällt uns die Stirnseite eines Hotels mit ihrem Blau-Orange ins Auge, pardon: in den Sucher. Klick! Für die Ewigkeit festgehalten! Und wie die Perlen einer Kette reiht sich Bild an Bild, Eindruck an Eindruck.Abends findet Familienleben statt: Die erwachsene Tochter meiner Gastfamilie, deren Zimmer ich bewohne, schaut mit ihrem Verlobten vorbei; wir plaudern, singen, zelebrieren „joie de vivre“. 03. April Nach einem fantastischen Mittagessen zeigen mir Michel und seine Frau Thérèse die Schönheiten der Gegend. Ziel unseres Ausflugs ist der Hochwald von Huelgoat, wo der Sage nach Druiden, Gnome und Herrscherpersönlichkeiten wie Artus gelebt haben sollen. Abends sind wir von unseren französischen Gastgebern zum Essen eingeladen und ich erfahre erstmalig, dass das Verhältnis zwischen einer unserer Schülerinnen und ihrer Gastfamilie nicht so recht stimmt. Ja! Ein Besuch bei der Bauernfamilie bestätigt, dass Ameisen tatsächlich durch die Küche marschieren, aber was für die französische Familie kein Problem ist – c´est normal! – , lässt sich für unsere Schülerin nur dadurch aus der Welt schaffen, dass sie einer anderen Gastfamilie anvertraut wird: ameisenfrei, versteht sich. 04. April Der Montag macht wettermäßig da weiter, wo das Wochenende aufgehört hat: Sonnenschein; allerdings weht nach wie vor ein recht kalter Wind. Statt, wie anfangs geplant, die Geschäfte in Morlaix mit unseren Euros monetär zu erobern, montags sind alle Läden in der Gegend geschlossen, weichen wir nach Lesnéven aus und erkunden dort den Wochenmarkt, der sich großflächig und abwechslungsreich präsentiert. Unser Mittagessen – Sandwiches und Softdrinks – nehmen wir in Roscoff ein; nachmittags geht es hinaus aufs Meer, zumindest auf die Bucht von Morlaix, wo der Kapitän des Schiffes uns über Flora und Fauna, Wassertiefen, Leuchttürme, Zufluchtsstätten für Schiffbrüchige und andere wichtige Dinge informiert. 05. April Der schulische Alltag hat uns eingeholt; zumindest der von Plouescat! Unsere Schülerinnen und Schüler müssen – pardon! – dürfen am Unterricht ihrer Gastgeber bzw. Gastgeberinnen teilnehmen und haben, wenn das Fach „Deutsch“ lautet, ein Heimspiel. Auch der Verlauf des Englischunterrichts verdichtet den Verdacht, dass hessische Lerner deutlich bessere Leistungen erbringen als ihre bretonische Peer-Gruppe. Nach zwei Unterrichtsstunden geht es mit dem Bus nach Brest, wo das „Océanopolis“ – ein Museum für Meereskunde – auf uns wartet. Dort erfahren wir Wissenswertes über Tiere und Pflanzen dreier Klimabereiche: Tropen, Arktis, unsere gemäßigte Zone, und fühlen uns auf Augenhöhe mit Haien, Pinguinen und (ausgestopften) Eisbären. Die Führung in deutscher Sprache, geleitet von einer Frau aus der hannoverschen Gegend, war, wie beim letzten Mal, erneut klasse! Absolute Höhepunkte für unsere jungen Freunde waren zudem die Fütterung der Robben und der Besuch des Souvenirladens, wo man sich mit maritimen Erinnerungsstücken für den Eigenbedarf, die Geschwister, Freunde und Eltern „eindecken“ konnte. 06. April Ruhetag für Bus und Fahrer, nicht jedoch für unsere Schüler und uns erwachsene Begleiter! Nachdem Frau Simon und ich am Vortag den Parcours der „Plouescat-Rallye“ abgelaufen waren und feststellen konnten, dass sich in unserer bretonischen Partnerstadt herzlich wenig verändert hat – selbst der Preis einer bestimmten Pizza ist immer noch identisch mit dem von vor zwei Jahren -, mussten unsere Schüler und Schülerinnen in möglichst kurzer Zeit die Antworten auf 26 Fragen zu unserer Partnerstadt ermitteln. Hilfreich konnte dabei sein, dass man Passanten auf der Straße nach den Lösungen fragte oder gleich zur Touristeninformation ging und sich die Antworten direkt in die Feder diktieren ließ. Die Evaluation der Antwortbögen lag in den Händen von Anna-Maria Bockel, Johanna Simon und Henrik Bode, die schon beim letzten Mal mit in Plouescat waren. Dank an dieser Stelle noch einmal für die von euch geleistete Arbeit und die Einhaltung der Zusage, dass die Platzierung der Gruppen sowie die Nennung der Sieger erst am nächsten Abend auf der Heimfahrt bekannt gegeben werden! Den Nachmittag verbrachten wir in unseren Gastfamilien, den Abschiedsabend mit ihnen bei Gesprächen und opulenter bretonischer Kost in der Aula des Collège Saint Joseph. 07. April Als noch die eine oder andere Träne über deutsche und französische Mädchenwangen kullerte, hieß es Abschied nehmen von lieben Menschen, die uns eine knappe Woche Gastfreundschaft in ihren Familien hatten zuteil werden lassen. Der Besuch in Morlaix, ursprünglich für Montag, den 4. April geplant, wurde nachgeholt, im Laufe des Nachmittags und Abends wurden die Mannschaften für ihre Leistungen während der „Plouescat-Rallye“ honoriert sowie mit Preisen belohnt und der Rest der Heimfahrt verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse. Fast ohne nennenswerte Vorkommnisse! Eine deutsche Autobahnraststätte frustrierte die Vorfreude unserer Schülerinnen und Schüler auf trendige Kost dadurch, dass der dort ansässige „Burger King“ bereits ab 22.00 Uhr geschlossen war und sich dadurch der Straftat der „unterlassenen Hilfeleistung“ schuldig machte. Dank der Kollegen der Konkurrenz von „MacDonald“ am Lohfeldener Rüssel, die rund um die Uhr arbeiten, wurde diese Enttäuschung dann doch noch zu heller Freude, sodass wir am Freitagmorgen gegen 05.00 Uhr satte und zufriedene Kinder ihren wartenden Eltern übergeben konnten.
2. Stürmischer Empfang in Plouescat, : Windstärke : mindestens 10.
4. Leuchttürme markieren die Fahrrinne.
6. Bretonischer Bauernhof, im Vordergrund, für die Gegend typisch, Schalottenfelder.
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